Unter anderem hatte Köln zum 01.10.2010 eine Bettensteuer eingeführt. Diese so genannte "Kulturförderabgabe" sollte auf jede Übernachtung in einem Hotel anfallen. Nun ist aber eine Musterklage eines Kölner Hoteliers anhängig, der die Rechtmäßigkeit dieser Abgabe anzweifelt.
Wie auch immer, die Stadt Köln setzt dem Ganzen aber noch die Krone auf: Unternehmen haben ein Schreiben bekommen, wonach sie diese Abgabe dann von der Stadt zurückfordern können, so dass Ihnen durch Hotel-Übernachtungen in Köln keine zusätzlichen Kosten entstehen werden.
Na prima! Das würde bedeuten, dass nur die dummen Privatleute diese Abgabe zahlen müssten. Ein wunderbares Beispiel, wie dem Einzelnen das Geld aus der Tasche gezogen wird und die Unternehmen aber um jeden Preis geschont werden. Die Stadtverwaltung erzeugt also durch die dann nötigen Rückerstattungs-Bearbeitungen weitere Kosten so dass dann leider am Ende doch nichts mehr für Kultur übrig bleibt. Man muss halt leider sparen um den Haushalt dann nächstes Jahr aber wirklich zu konsolidieren. Oder zumindest übernächstes oder das Jahr danach oder.... und dann kam plötzlich die Revolution dazwischen. Ups.
Donnerstag, 25. November 2010
Donnerstag, 4. November 2010
Selbstlosigkeit oder Eigennutz? Weiterdenken!
Eigentlich wollte ich einen Post zum Thema schreiben, dass bei manchem nur der eigene Nutzen im Vordergrund steht und nie die Frage: was würde den meisten Leuten nützen, was ist nötig? Also die große Frage, ob Eigennutz oder Selbstlosigkeit uns weiterbringen.
Denn wenn ich etwas für andere tue, also allgemein gesprochen für die Gemeinschaft, und es der Gemeinschaft besser geht, dann geht es mir selbst auch besser, denn ich bin ja auch Teil dieser Gemeinschaft. Wenn jeder in einer Gemeinschaft auch immer mit an die anderen denkt und manchmal auch etwas nur zum Wohl der anderen tut, dann wird jedem in der Gemeinschaft etwas Gutes getan. Voraussetzung ist eben, dass man Teil einer Gemeinschaft ist, und nicht nur einzelnes Individualwesen; oder vielmehr: dass man sich nicht immer nur so verhält, als wäre man alleine auf dieser Welt.
Als ich gerade anfange diesen Post zu schreiben sagt meine Freundin zu mir "Ach, darüber hab ich doch gerade was gelesen" und reicht mir eine Zeitung mit dem Interview von Stefan Klein, Titel: "Geben lohnt sich". Es geht darin um die Essenzen aus seinem neuen Buch "Der Sinn des Gebens" und auch darum, dass beim Geben das Gehirn Belohnungsstoffe ausschüttet. Das bedeutet doch letztlich, die Evolution / die Natur / ... haben nicht (nur) dafür gesorgt, dass sich der Stärkere durchsetzt, sondern auch dafür, dass wir uns gut fühlen, wenn wir anderen helfen.
Und diese Belohnung, das Gut-Fühlen, ist eben in diesem Fall die Funktion die uns dazu bringen will, Anderen zu Helfen. Das tut sie nicht einfach so aus einer Laune der Evolution heraus, sondern weil es uns letztlich immer mehr nützt selbstlos zu sein, als wenn wir egoistisch sind. Ja, Teamwork bringt allen Beteiligten mehr als stures Verfolgen der eigenen Interessen. Ob es nun beim Bau neuer unterirdischer Bahnhöfe, bei der Verteilung von Steuergeschenken oder beim Verzocken von fremden Milliarden ist.
Nebenbei bemerkt ist die Suche nach dem möglichst billigen "Was-auch-immer" doch auch nichts anderes als die persönliche Gewinnmaximierung. Wir denken bei billiger Schokolade nicht an schuftende Kindersklaven, wir denken beim Kauf von billigen Jogginghosen nicht an unterdrückte Arbeiter, wir denken beim Kauf des billigen Handys und Computers nicht an die ausgebeuteten Menschen in den chinesischen Fabriken. Und wir denken nicht daran, dass wir unsere Lebensgrundlage, diesen Planeten, ausbeuten und zu Grunde richten. -- Wir müssen weiterdenken!
Denn wenn ich etwas für andere tue, also allgemein gesprochen für die Gemeinschaft, und es der Gemeinschaft besser geht, dann geht es mir selbst auch besser, denn ich bin ja auch Teil dieser Gemeinschaft. Wenn jeder in einer Gemeinschaft auch immer mit an die anderen denkt und manchmal auch etwas nur zum Wohl der anderen tut, dann wird jedem in der Gemeinschaft etwas Gutes getan. Voraussetzung ist eben, dass man Teil einer Gemeinschaft ist, und nicht nur einzelnes Individualwesen; oder vielmehr: dass man sich nicht immer nur so verhält, als wäre man alleine auf dieser Welt.
Als ich gerade anfange diesen Post zu schreiben sagt meine Freundin zu mir "Ach, darüber hab ich doch gerade was gelesen" und reicht mir eine Zeitung mit dem Interview von Stefan Klein, Titel: "Geben lohnt sich". Es geht darin um die Essenzen aus seinem neuen Buch "Der Sinn des Gebens" und auch darum, dass beim Geben das Gehirn Belohnungsstoffe ausschüttet. Das bedeutet doch letztlich, die Evolution / die Natur / ... haben nicht (nur) dafür gesorgt, dass sich der Stärkere durchsetzt, sondern auch dafür, dass wir uns gut fühlen, wenn wir anderen helfen.
Und diese Belohnung, das Gut-Fühlen, ist eben in diesem Fall die Funktion die uns dazu bringen will, Anderen zu Helfen. Das tut sie nicht einfach so aus einer Laune der Evolution heraus, sondern weil es uns letztlich immer mehr nützt selbstlos zu sein, als wenn wir egoistisch sind. Ja, Teamwork bringt allen Beteiligten mehr als stures Verfolgen der eigenen Interessen. Ob es nun beim Bau neuer unterirdischer Bahnhöfe, bei der Verteilung von Steuergeschenken oder beim Verzocken von fremden Milliarden ist.
Nebenbei bemerkt ist die Suche nach dem möglichst billigen "Was-auch-immer" doch auch nichts anderes als die persönliche Gewinnmaximierung. Wir denken bei billiger Schokolade nicht an schuftende Kindersklaven, wir denken beim Kauf von billigen Jogginghosen nicht an unterdrückte Arbeiter, wir denken beim Kauf des billigen Handys und Computers nicht an die ausgebeuteten Menschen in den chinesischen Fabriken. Und wir denken nicht daran, dass wir unsere Lebensgrundlage, diesen Planeten, ausbeuten und zu Grunde richten. -- Wir müssen weiterdenken!
Montag, 18. Oktober 2010
Die ganz große Bananen-Keule
Frau Merkel und Herr Westerwelle zeigen immer offener ihr wahres Gesicht. Mit Blick auf die Proteste gegen Stuttgart 21 sprechen sie davon, dass Deutschland durch die Proteste gelähmt würde und dass es zu einem Stillstand kommen könnte. Sie werfen den Kritikern Fortschrittsfeindlichkeit vor.
Na das ist ja prima, dass es da so vernünftige Volksverhetzer... äh Volksvertreter gibt, die genau wissen, was für Ihre Freunde in der Wirtschaft am besten ist. Und was für die Wirtschaft und deren Bosse gut ist, kann ja für das Sklaven-... äh Wahl-Volk nicht schlecht sein. Schließlich ist ja das einzige was zählt, dass wir Arbeitsplätze erhalten, koste es was es wolle.
Um nun aber die Arbeitsplätze der Banken-Manager, Immobilien-Spekulanten, Bau-Konzern-Chefs, Automobil-Vorstände und die Arbeitsplätze der Kollegen Politiker zu sichern, müssen die Leibeigenen… äh Bürger dann eben den Gürtel enger schnallen. Der einzelne Bürger weiß ja ohnehin gar nicht was gut für ihn ist, der Bürger ist ja per se unmündig und hat sich nicht einzumischen, wenn Erwachsene Pläne schmieden.
Klar, der einzelne Bürger hat die Befürchtung, dass es zwar vielleicht bald einen neuen tollen Keller-Bahnhof in Stuttgart gibt, dass dafür aber noch weniger Züge fahren, weil die Klimaanlagen defekt, die Toiletten unbenutzbar, die Gleise außerhalb des Bahnhofs marode sind.... Aber das würde ja dann auch gleich der Verstopfung des neuen Nadelöhrs Stuttgart 21 verhindern: wenn weniger Züge fahren, dann reicht auch ein Bahnhof mit geringerer Kapazität.
Warum eigentlich wird der Stuttgarter Bahnhof nicht gleich ganz dicht gemacht? Dann könnte man sich das aufwändige Unterkellern sparen und könnte gleich noch ein paar Einkaufzentren mehr bauen. Das wäre bestimmt billiger und dann hätten die dummen Bürger ja auch mehr Geld, das sie dort ver-shoppen könnten. Das wäre doch mal ein Fortschritt: Macht den Bahnhof dicht, Fliegen ist eh viel toller und billiger und schon können noch mehr Konsum-Tempel aus Glas und Beton gebaut werden.
Also, Merkel und Westerwelle, geht noch mal in Euch oder besser, lasst die Wirtschafts-Verdiener noch mal kurz nachdenken, denen fällt mit Sicherheit noch was ein. Aber eins kann ich euch sagen: Wir dummen Zechenzahler äh Steuerzahler werden auch noch mal in uns gehen, uns fällt da auch noch einiges ein, versprochen!
Na das ist ja prima, dass es da so vernünftige Volksverhetzer... äh Volksvertreter gibt, die genau wissen, was für Ihre Freunde in der Wirtschaft am besten ist. Und was für die Wirtschaft und deren Bosse gut ist, kann ja für das Sklaven-... äh Wahl-Volk nicht schlecht sein. Schließlich ist ja das einzige was zählt, dass wir Arbeitsplätze erhalten, koste es was es wolle.
Um nun aber die Arbeitsplätze der Banken-Manager, Immobilien-Spekulanten, Bau-Konzern-Chefs, Automobil-Vorstände und die Arbeitsplätze der Kollegen Politiker zu sichern, müssen die Leibeigenen… äh Bürger dann eben den Gürtel enger schnallen. Der einzelne Bürger weiß ja ohnehin gar nicht was gut für ihn ist, der Bürger ist ja per se unmündig und hat sich nicht einzumischen, wenn Erwachsene Pläne schmieden.
Klar, der einzelne Bürger hat die Befürchtung, dass es zwar vielleicht bald einen neuen tollen Keller-Bahnhof in Stuttgart gibt, dass dafür aber noch weniger Züge fahren, weil die Klimaanlagen defekt, die Toiletten unbenutzbar, die Gleise außerhalb des Bahnhofs marode sind.... Aber das würde ja dann auch gleich der Verstopfung des neuen Nadelöhrs Stuttgart 21 verhindern: wenn weniger Züge fahren, dann reicht auch ein Bahnhof mit geringerer Kapazität.
Warum eigentlich wird der Stuttgarter Bahnhof nicht gleich ganz dicht gemacht? Dann könnte man sich das aufwändige Unterkellern sparen und könnte gleich noch ein paar Einkaufzentren mehr bauen. Das wäre bestimmt billiger und dann hätten die dummen Bürger ja auch mehr Geld, das sie dort ver-shoppen könnten. Das wäre doch mal ein Fortschritt: Macht den Bahnhof dicht, Fliegen ist eh viel toller und billiger und schon können noch mehr Konsum-Tempel aus Glas und Beton gebaut werden.
Also, Merkel und Westerwelle, geht noch mal in Euch oder besser, lasst die Wirtschafts-Verdiener noch mal kurz nachdenken, denen fällt mit Sicherheit noch was ein. Aber eins kann ich euch sagen: Wir dummen Zechenzahler äh Steuerzahler werden auch noch mal in uns gehen, uns fällt da auch noch einiges ein, versprochen!
Montag, 20. September 2010
Dilemma der "Generation Schlagzeile"
Bei der Benutzung von Twitter neigt man dazu, politische Themen lieber etwas zu überspitzen. Denn wenn man nur 140 Zeichen zur Verfügung hat, dann muss man sich schon anstrengen, wenn man ein Thema interessant machen und damit an den Mann resp. die Frau bringen will.
Und was passiert beim Lesen der Flut von Tweets, d.h. der vielen winzigen Informations-Schnipsel? Damit ich überhaupt alles wahrnehmen kann, muss ich bei der Frage nach den Hintergründen und der Stichhaltigkeit Abstriche machen. Ich kann nicht jedes Thema im Detail mitverfolgen und beschränke mich darauf, dass ich davon auch schon etwas gehört habe und ergo ja kompetent mitreden kann. -- Wirklich?
Jetzt kommt also wieder einer und schimpft auf die Schnelllebigkeit der Zeit und den Informations-Overkill? Aber wie reagiere ich, wenn ich im Beruf viel mehr erledigen muss als eigentlich in der zur Verfügung stehenden Zeit zu schaffen wäre? Ich rationalisiere, sprich ich lasse Dinge weg und vereinfache, unter dem Motto "das muss reichen" und "wird schon stimmen".
Twitter ist hier der Overkill in der Vereinfachung. Durch die strikte Beschränkung auf 140 Zeichen wird jeder gezwungen sich dermaßen kurz zu fassen, dass an manchen Stellen die Aussage auch mal "kaputt gespart" und dadurch sicherlich überspitzt oder verzerrt wird.
Das Beispiel "Sarrazin" zeigt es deutlich: noch bevor das Buch überhaupt erschienen war, noch bevor sich die Masse an Leuten wirklich ein fundiertes Bild machen konnte, war Twitter voll von Sarrazin-Hitler-Vergleichen, Schmähungen als SS-Mann usw. Über die Bühne, die diese Twitter-User Herrn Sarrazin damit geboten haben, kann man viele eigene Blog-Posts schreiben.
Wie lässt Marc-Uwe Kling sein kommunistisches Känguru sagen: "Man darf nie aufhören, alles zu hinterfragen." Aber genau das kommt oft zu kurz, wenn es gilt, der Informationsflut Herr zu werden und sich eine eigene Meinung zu bilden. Aus der Menge der Aufmerksamkeits-Heischenden Schlagzeilen die Informationsquellen herauszufiltern, die fundiert sachlich ein Thema beleuchten, ist sehr aufwändig. Ich bin als Einzelner also wieder darauf angewiesen, mich auf die Einschätzungen anderer zu verlassen. Aber alle diese Einschätzungen und Schlagzeilen sind meist sehr stark subjektiv gefärbt oder zumindest aus den verschiedensten Gründen tendenziös.
Obwohl es also im Zeitalter des Web2.0 über alle Themen scheinbar endlos viele Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen gibt, so ist es doch dadurch nicht einfacher sondern eher schwerer geworden, sich objektiv und fundiert zu informieren. Aber das ist ja die Fähigkeit eines kritischen, aufgeklärten Bürgers, die ihm angebotenen Informationen kritisch zu hinterfragen und sich dann ein eigenes Bild der Sache zu machen. Eine Frage wäre dann, ob sich "ein kritischer Bürger zu sein" lernen lässt. Könnte das wirklich die (besser als zurzeit finanzierte) Schule leisten oder ist so etwa nur durch das Elternhaus d.h. die Gesellschaft als Ganzes zu bewerkstelligen? Und ist das überhaupt von den Regierenden gewollt, dass Ihre Bürger kritisch alles hinterfragen? Wenn man sich die jüngsten Ereignisse um Stuttgart 21, Atom-Politik oder Herstellung des gläsernen Bürgers mit "Buugle" anschaut, so scheint es hier seitens der Regierenden gar keine Basis für eine sachliche Diskussion zu geben.
Mittwoch, 15. September 2010
Sinn oder nicht Sinn
Nur weil die Warnungen vor einem Klimawandel und vor der totalen Ausbeutung der Natur durch den Menschen schon lange präsent sind, sind diese Warnungen nicht weniger richtig. Im Gegenteil, da sich die Prozesse in der Natur auf ein Menschenleben bezogen immer noch sehr langsam entwickeln, scheint es gar nicht so dringend zu sein, sich darüber Gedanken zu machen.
Schon in den 1980-er Jahren war der folgende Satz in aller Munde: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." Auch wenn dieser Satz so wohl nicht, wie oft angenommen, von den nordamerikanischen Indianern stammt, so liegt ihm doch sehr viel Wahrheit inne.
Nach wie vor ist es breiter Konsens in den reichen Industrienationen, dass es das höchste Gut ist, nach immer mehr Besitz zu streben und immer auf dem neuesten Stand zu sein, sei es mit dem Mobiltelefon, dem Auto, Fernseher, Spielekonsole, ... Und es ist auch Konsens, dass wir unsere Kaufentscheidungen zu einem sehr großen Anteil vom Preis abhängig machen.
Natürlich ist es das Prinzip von Angebot und Nachfrage, dass der Konsument auch auf Grund des Preises entscheidet. Nur ist es in breiten Schichten der Bevölkerung und auch in der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung indiskutabel, sich immer für das Angebot mit dem niedlichsten Preis zu entscheiden. Gerade den Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen müssen wir aber ankreiden, dass bei allen Investitions-Entscheidungen eben nicht nach Qualität und Nachhaltigkeit entschieden wird.
Die Verantwortlichen machen sich offensichtlich nicht klar, dass ein niedrigerer Preis zum einen oft auch geringere Leistung bedeutet. Zum anderen muss man sich aber auch klar machen, dass das Geld, das ich selbst spare, ein Anderer nicht verdienen kann. Das ist ganz erschreckend dann der Fall, wenn die reichen Industriestaaten die armen Dritte-Welt-Länder ausbeuten. Sei es durch Dumpingpreise für die wertvollen Rohstoffe dieser Länder, sei des durch Niedriglöhne in den Fabriken, in denen die schönen Dinge hergestellt werden, die unseren Wohlstand ausmachen.
Wir leben auf Kosten anderer in dem Luxus den wir um uns anhäufen. Wenn ich überraschend günstig bei einer Kaffee-Rösterei Trainingshosen, Radios, Unterwäsche, Möbel, und vieles mehr kaufen kann, dann doch nur, weil Menschen zu Hungerlöhnen unter schlechten Arbeitsbedingungen diese Dinge für mich hergestellt haben.
Natürlich gibt es auch Bemühungen nach fairem Handel (z.B. "Fair Trade" oder "Hand in Hand"), aber ich behaupte die überwiegende Anzahl der Produkte, die wir hier so herrlich billig kaufen können, unterdrücken irgendwo in der Welt Menschen. Irgendwo hat sich jemand krumm gearbeitet, damit ich hier im Luxus leben kann. Die Zustände und Vorfälle in der Firma "Foxconn", die für uns Handys, Laptops etc. produziert sind ein deutliches Indiz für die systematischen Missstände und Ungerechtigkeiten.
So beuten wir also nicht nur die Natur, sondern auch andere Menschen aus. Wobei die großen Konzerne vermutlich Rohstoffe wie Öl oder Lithium gleichsetzen mit dem Rohstoff Mensch und Arbeitskraft, den es "effektiv" (aus-) zu nutzen gilt. Der Kolonialismus lebt und gedeiht immer weiter, selbst wenn einige Kolonien auf dem Papier politisch unabhängig sind. Nach wie vor können sich die Regierungen der Kolonien nicht wirklich gegen ihre Kolonialherren auflehnen, denn sonst wird ihnen sofort der Geldhahn zugedreht und sie sitzen komplett verloren und alleine da. Nein, diese Kolonien sind offensichtlich nach wie vor direkt abhängig von den Kolonialherren und den Regierungen bleibt nichts weiter übrig als die Ausbeutung des eigenen Volkes und Landes in Kauf zu nehmen oder vielleicht auch zum eigenen Nutzen zu billigen.
In der öffentlichen Meinung oder zumindest in den Massenmedien ist der Sinn des Lebens anscheinend das Anhäufen von Ansehen, Macht und Geld. Und damit diejenigen, auf deren Kosten sich andere bereichern, sich nicht so ausgebeutet vorkommen wird behauptet, dass ja jeder mit ausreichend Anstrengung zum Millionär/Popstar/Top-Manager/etc. werden kann. Die Ausbeutung wird also legitimiert und findet irgendwie einen Konsens selbst bei denjenigen, die selbst ausgebeutet werden.
Der Kapitalismus/Kolonialismus ist die Diktatur des Geldes. Nicht mehr und nicht weniger. Und in dieser Diktatur leben wir alle fröhlich vor uns hin. Klar, wir sind ja auch oben auf der Leiter, uns geht’s gut. Also was soll überhaupt diese Schwarzmalerei? Ja, was soll überhaupt dieses ganze Leben? Wo ist hier der Sinn?
Dem modernen Menschen fehlen eine Weltanschauung und ein Sinn im Leben, der sie/ihn nicht unterdrückt, in jeglicher Hinsicht. Da ist die Kapitalismus-Religion nicht besser als die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen oder das Zölibat der Christen und als die heiligen Kriege der Islamiten. Der Kapitalismus ist da eher noch schlimmer, denn er führt einen sehr subtilen, psychologischen Krieg. Und bevor man überhaupt merkt dass Krieg ist, hat das Kapital schon gewonnen.
Schon in den 1980-er Jahren war der folgende Satz in aller Munde: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." Auch wenn dieser Satz so wohl nicht, wie oft angenommen, von den nordamerikanischen Indianern stammt, so liegt ihm doch sehr viel Wahrheit inne.
Nach wie vor ist es breiter Konsens in den reichen Industrienationen, dass es das höchste Gut ist, nach immer mehr Besitz zu streben und immer auf dem neuesten Stand zu sein, sei es mit dem Mobiltelefon, dem Auto, Fernseher, Spielekonsole, ... Und es ist auch Konsens, dass wir unsere Kaufentscheidungen zu einem sehr großen Anteil vom Preis abhängig machen.
Natürlich ist es das Prinzip von Angebot und Nachfrage, dass der Konsument auch auf Grund des Preises entscheidet. Nur ist es in breiten Schichten der Bevölkerung und auch in der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung indiskutabel, sich immer für das Angebot mit dem niedlichsten Preis zu entscheiden. Gerade den Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen müssen wir aber ankreiden, dass bei allen Investitions-Entscheidungen eben nicht nach Qualität und Nachhaltigkeit entschieden wird.
Die Verantwortlichen machen sich offensichtlich nicht klar, dass ein niedrigerer Preis zum einen oft auch geringere Leistung bedeutet. Zum anderen muss man sich aber auch klar machen, dass das Geld, das ich selbst spare, ein Anderer nicht verdienen kann. Das ist ganz erschreckend dann der Fall, wenn die reichen Industriestaaten die armen Dritte-Welt-Länder ausbeuten. Sei es durch Dumpingpreise für die wertvollen Rohstoffe dieser Länder, sei des durch Niedriglöhne in den Fabriken, in denen die schönen Dinge hergestellt werden, die unseren Wohlstand ausmachen.
Wir leben auf Kosten anderer in dem Luxus den wir um uns anhäufen. Wenn ich überraschend günstig bei einer Kaffee-Rösterei Trainingshosen, Radios, Unterwäsche, Möbel, und vieles mehr kaufen kann, dann doch nur, weil Menschen zu Hungerlöhnen unter schlechten Arbeitsbedingungen diese Dinge für mich hergestellt haben.
Natürlich gibt es auch Bemühungen nach fairem Handel (z.B. "Fair Trade" oder "Hand in Hand"), aber ich behaupte die überwiegende Anzahl der Produkte, die wir hier so herrlich billig kaufen können, unterdrücken irgendwo in der Welt Menschen. Irgendwo hat sich jemand krumm gearbeitet, damit ich hier im Luxus leben kann. Die Zustände und Vorfälle in der Firma "Foxconn", die für uns Handys, Laptops etc. produziert sind ein deutliches Indiz für die systematischen Missstände und Ungerechtigkeiten.
So beuten wir also nicht nur die Natur, sondern auch andere Menschen aus. Wobei die großen Konzerne vermutlich Rohstoffe wie Öl oder Lithium gleichsetzen mit dem Rohstoff Mensch und Arbeitskraft, den es "effektiv" (aus-) zu nutzen gilt. Der Kolonialismus lebt und gedeiht immer weiter, selbst wenn einige Kolonien auf dem Papier politisch unabhängig sind. Nach wie vor können sich die Regierungen der Kolonien nicht wirklich gegen ihre Kolonialherren auflehnen, denn sonst wird ihnen sofort der Geldhahn zugedreht und sie sitzen komplett verloren und alleine da. Nein, diese Kolonien sind offensichtlich nach wie vor direkt abhängig von den Kolonialherren und den Regierungen bleibt nichts weiter übrig als die Ausbeutung des eigenen Volkes und Landes in Kauf zu nehmen oder vielleicht auch zum eigenen Nutzen zu billigen.
In der öffentlichen Meinung oder zumindest in den Massenmedien ist der Sinn des Lebens anscheinend das Anhäufen von Ansehen, Macht und Geld. Und damit diejenigen, auf deren Kosten sich andere bereichern, sich nicht so ausgebeutet vorkommen wird behauptet, dass ja jeder mit ausreichend Anstrengung zum Millionär/Popstar/Top-Manager/etc. werden kann. Die Ausbeutung wird also legitimiert und findet irgendwie einen Konsens selbst bei denjenigen, die selbst ausgebeutet werden.
Der Kapitalismus/Kolonialismus ist die Diktatur des Geldes. Nicht mehr und nicht weniger. Und in dieser Diktatur leben wir alle fröhlich vor uns hin. Klar, wir sind ja auch oben auf der Leiter, uns geht’s gut. Also was soll überhaupt diese Schwarzmalerei? Ja, was soll überhaupt dieses ganze Leben? Wo ist hier der Sinn?
Dem modernen Menschen fehlen eine Weltanschauung und ein Sinn im Leben, der sie/ihn nicht unterdrückt, in jeglicher Hinsicht. Da ist die Kapitalismus-Religion nicht besser als die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen oder das Zölibat der Christen und als die heiligen Kriege der Islamiten. Der Kapitalismus ist da eher noch schlimmer, denn er führt einen sehr subtilen, psychologischen Krieg. Und bevor man überhaupt merkt dass Krieg ist, hat das Kapital schon gewonnen.
Mittwoch, 25. August 2010
Körperscanner und Streubomben
Die Firma "L3 Communications" liefert die Körperscanner die bald schon am Hamburger Flughafen in den Probebetrieb gehen sollen. Die Firma L3 ist außerdem einer der größten und mächtigsten Rüstungskonzerne der Welt, wie NDR Info heute morgen berichtet. Unter anderem stellt L3 auch Streubomben her, die nicht nur während des Krieges Tod bringen, sondern auf Grund der hohen Blindgängerrate auch Jahre später noch Menschen-Leben kosten.
Der L3 Konzern hat nun in einer wie es heißt "bindenden Erklärung" beteuert, dass sie keine Streubomben herstellen oder handeln. Bis vor kurzem wurden aber auf der Internet-Seite von L3 noch Streubomben mit der Bezeichnung M864 E2 beworben und auch auf einer Messe wurden vor kurzem noch Hochglanz-Broschüren verteilt, in denen für diese Streubomben von L3 Werbung gemacht wurde.
Das Bundesministerium sieht aber dennoch keinen Anlass, an der Erklärung von L3 zu zweifeln. Es sei ja, so heißt es, nicht Aufgabe des Bundesministeriums, die Internet-Seite einer Firma zu kontrollieren.
Ja, vielen Dank für diese eindeutige Stellungnahme: Nein, offensichtlich ist es die Aufgabe des Bundesministeriums, den Körperscanner einzuführen und dafür können natürlich auch ein paar Lügen gebilligt werden, um die verunsicherten Menschen zu täuschen. Es ist offensichtlich, dass hier die Einführung des Körperscanners mit aller Macht durchgedrückt werden soll, koste es was es wolle. Der Bericht von NDR Info liefert einen weiteren guten Grund die Demonstration "Freiheit statt Angst" zu unterstützen!
Der L3 Konzern hat nun in einer wie es heißt "bindenden Erklärung" beteuert, dass sie keine Streubomben herstellen oder handeln. Bis vor kurzem wurden aber auf der Internet-Seite von L3 noch Streubomben mit der Bezeichnung M864 E2 beworben und auch auf einer Messe wurden vor kurzem noch Hochglanz-Broschüren verteilt, in denen für diese Streubomben von L3 Werbung gemacht wurde.
Das Bundesministerium sieht aber dennoch keinen Anlass, an der Erklärung von L3 zu zweifeln. Es sei ja, so heißt es, nicht Aufgabe des Bundesministeriums, die Internet-Seite einer Firma zu kontrollieren.
Ja, vielen Dank für diese eindeutige Stellungnahme: Nein, offensichtlich ist es die Aufgabe des Bundesministeriums, den Körperscanner einzuführen und dafür können natürlich auch ein paar Lügen gebilligt werden, um die verunsicherten Menschen zu täuschen. Es ist offensichtlich, dass hier die Einführung des Körperscanners mit aller Macht durchgedrückt werden soll, koste es was es wolle. Der Bericht von NDR Info liefert einen weiteren guten Grund die Demonstration "Freiheit statt Angst" zu unterstützen!
Sonntag, 22. August 2010
Meinungsfreiheit im Internet und anderswo
Die Meinungsfreiheit war schon immer ein zweischneidiges Schwert. Wenn man jedem erlaubt, seine Meinung zu sagen und "seinen Senf" dazu zu geben, dann muss man auch damit rechnen, dass es jeder tut. Und zwar auf seine eigene Weise. Jeder Mensch findet andere Dinge wichtig und verfolgt mit seinen Äußerungen andere Ziele. Jede dieser Meinungsäußerungen ist ein Ausdruck eines Menschen, der bei anderen Menschen zu einem Eindruck führt. Die "beeindruckten" Menschen werden daraufhin dann wieder ihre Meinung zur Meinung des Anderen ausdrücken und so weiter und so fort.
Die Meinung zu etwas ist nun einmal etwas sehr subjektives. Das bedeutet aber zwangsläufig, dass ich niemals mit der Meinung aller anderen Menschen konform gehen kann. Wenn dem so wäre, dann wäre das genau die Gleichschaltung, die sich jeder anständige Diktator zur Beherrschung seines Volkes wünschen würde.
Ich muss mich also nicht nur damit abfinden, dass jemand anderer Meinung ist und andere Dinge für Wichtig erachtet, sondern ich muss es eben genau auch tolerieren das es so ist. Denn genau das erwarte ich ja auch von meinem Gegenüber: dass er meine Meinung toleriert, selbst wenn er sie für schwachsinnig hält (es geht hier nicht um verbale Angriffe, sondern um Meinungen).
Wenn ich die Freiheit möchte, mich kritisch und fundiert zu Themen äußern zu dürfen, muss ich auch in Kauf nehmen, dass Andere sich (nach meinen Maßstäben beurteilt) mit Belanglosigkeiten zu Wort melden. Ich kann niemandem verbieten, sich zu äußern und ich kann niemandem vorschreiben, zu was er sich zu äußern hat. Und jeder auf seine Weise, d.h. wie er es kann und gewohnt ist. Ob er es kann und ob das Gesagte relevant ist, ist dann wiederum die Meinung/Beurteilung durch die jeweiligen Zuhörer.
Natürlich kann ich darüber aufregen, dass bei Twitter so viel unnützes Zeug geschrieben wird und das es mich gar nicht interessiert, wer wann wie lange mit seinem Hund Gassi gegangen ist oder wer sich gerade an einem Stück Brezel verschluckt hat. Aber es zwingt mich ja auch keiner, diesen Belanglosigkeiten zuzuhören wenn ich es nicht möchte. Aber wenn jemand, dem diese Belanglosigkeiten auf die Nerven gehen dann meint, das Problem wäre zu lösen, wenn man am besten Twitter und Blogs gleich ganz verbietet oder ächtet, dann wird es aber gefährlich! Nein, nein, mein Lieber, wer das eine will, muss auch das andere ertragen und zulassen.
Meinungsfreiheit bedeutet nun mal, dass jeder das Recht hat das mitzuteilen, was er für mitteilenswert hält. Ob das Gesagte Sinn hat und/oder für den Zuhörer interessant oder relevant ist, ist dann wiederum die Meinung des Zuhörers. Und auch der darf dann wieder was dazu sagen. Aber immer hübsch artig, einer nach dem anderen. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Die Meinung zu etwas ist nun einmal etwas sehr subjektives. Das bedeutet aber zwangsläufig, dass ich niemals mit der Meinung aller anderen Menschen konform gehen kann. Wenn dem so wäre, dann wäre das genau die Gleichschaltung, die sich jeder anständige Diktator zur Beherrschung seines Volkes wünschen würde.
Ich muss mich also nicht nur damit abfinden, dass jemand anderer Meinung ist und andere Dinge für Wichtig erachtet, sondern ich muss es eben genau auch tolerieren das es so ist. Denn genau das erwarte ich ja auch von meinem Gegenüber: dass er meine Meinung toleriert, selbst wenn er sie für schwachsinnig hält (es geht hier nicht um verbale Angriffe, sondern um Meinungen).
Wenn ich die Freiheit möchte, mich kritisch und fundiert zu Themen äußern zu dürfen, muss ich auch in Kauf nehmen, dass Andere sich (nach meinen Maßstäben beurteilt) mit Belanglosigkeiten zu Wort melden. Ich kann niemandem verbieten, sich zu äußern und ich kann niemandem vorschreiben, zu was er sich zu äußern hat. Und jeder auf seine Weise, d.h. wie er es kann und gewohnt ist. Ob er es kann und ob das Gesagte relevant ist, ist dann wiederum die Meinung/Beurteilung durch die jeweiligen Zuhörer.
Natürlich kann ich darüber aufregen, dass bei Twitter so viel unnützes Zeug geschrieben wird und das es mich gar nicht interessiert, wer wann wie lange mit seinem Hund Gassi gegangen ist oder wer sich gerade an einem Stück Brezel verschluckt hat. Aber es zwingt mich ja auch keiner, diesen Belanglosigkeiten zuzuhören wenn ich es nicht möchte. Aber wenn jemand, dem diese Belanglosigkeiten auf die Nerven gehen dann meint, das Problem wäre zu lösen, wenn man am besten Twitter und Blogs gleich ganz verbietet oder ächtet, dann wird es aber gefährlich! Nein, nein, mein Lieber, wer das eine will, muss auch das andere ertragen und zulassen.
Meinungsfreiheit bedeutet nun mal, dass jeder das Recht hat das mitzuteilen, was er für mitteilenswert hält. Ob das Gesagte Sinn hat und/oder für den Zuhörer interessant oder relevant ist, ist dann wiederum die Meinung des Zuhörers. Und auch der darf dann wieder was dazu sagen. Aber immer hübsch artig, einer nach dem anderen. Und wenn sie nicht gestorben sind...
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